Süchtig nach der Flimmerkiste

Julian Keimer und Dorothea Dalig in "Flimmer-Billy" Foto: Ricca

Kanderner "MuT-Zentrum" begeistert mit "Flimmer-Billy"

Kandern-Holzen (ric). Mit einer mehr als überzeugenden Darstellung begeisterten zwei Jungschauspieler des Kanderner MuT-Zentrums ("Musik und Theater") das Publikum im Rathaussaal Holzen. Julian Keimer und Dorothea Dalig spielten unter der Regie von Karin Derks die insgesamt sieben Rollen des Stückes "Flimmer-Billy" mit minimaler Requisite und maximaler Ausdruckskraft.

Das Famileintheaterstück nach dem Text von Thomas Ahrens erzählt eine kleine, kluge Geschichte aus dem Alltag. Der Zweitklässler Wilfried ("Billy") hängt dauernd vor der Glotze, bis seiner alleinerziehenden Mutter der Kragen platzt und sie alle Fernseher aus der Wohnung verbannt.

Billy besucht daraufhin erst sein Oma, die hämisch und böse im Altenheim lebt. Leider ist ihr Fernseher dauernd kaputt. Dann probiert Billy es bei der Nachbarin Sabina, die "Brillenschlange", und als er dort nicht nur einen Fernseher mit Kindersicherung vorfindet, sondern auch noch ein Geschenk kaputt macht, findet er langsam wieder den Weg in die natürliche Fantasie- und Spielwelt eines Achtjährigen zurück.

Der 23-jährige Julian Keimer, der seit Jahren mit Karin Derks zusammenarbeitet und in Freiburg studiert, wechselte so geschickt zwischen Billy, Omas Pfleger Heinz Otto und dem Vater der Nachbarin, dass man fast gar nicht mehr merkte, dass es sich um denselben Schauspieler handelte. Spannend dabei, dass nur wenige Kostüme oder Requisiten genutzt wurdern - der Wechsel war fast ausschließlich in Stimmlage und Körperhaltung sichtbar.

In der 24-jährigen Dorothea Dalig hatte es darin eine ebenbürtige Partnerin. Ob als Billys Mutter, als Freunding Sabina, als Oma oder Sabinas Mutter: Dalig gelang es, die Charaktere überzeugend darzustellen. Ganz besonders als Oma, die in genau der richtigen Tonlage Bösartigkeiten von sich gab, durchaus nicht ohne Humor, hatte Dalig die Lacher auf ihrer Seite. Das Publikum, zusammengesetzt aus allen Altersgruppen zeigte sich begeistert.

Die Oberbadische, 6. 10. 2012

 

Schnuppern in die Welt der Schauspieler

Julian Keimer legt in dem Stück Flimmer-Billy auf witzige Weise den weiten Weg vom Bildschirmjunkie in die reale Welt zurück. (Foto: Karin Derks)

Das MuT-Zentrum startet heute mit seinem neuen Programm / Förderverein stützt nun die Arbeit.

KANDERN (nelg). Karin Derks und Sonja Blattmann leiten das Musik- und Theater-Zentrum für kleine und große Menschen (MuT) in Kandern. Kürzlich gaben sie ihre neue kleine Reihe an Veranstaltungen bekannt. Auftakt ist eine Lesung für Kinder am heutigen Mittwoch,15 Uhr, in der Stadtbücherei Kandern. Das Thema lautet: "Ein Freund für immer". Karin Derks liest und singt den Kindern vor, es gibt Mitmachaktionen, die Kinder sind nicht nur Zuschauer, sondern sie werden ins Geschehen involviert und beteiligen sich aktiv mit.

Die Reihe geht am Freitag, 28. September, weiter mit dem Theaterworkshop "Auf die Bühne!Fertig!Los!" im Gemeindesaal Holzen. Dabei können interessierte Kinder und Jugendliche mit den beiden ausgebildeten Schauspielern Julian Keimer und Dorothea Dalig von 16 bis 18 Uhr in andere Rollen schlüpfen und dabei einiges über die Schauspielerei lernen. Der Workshop kostet 24 Euro, für MuT -Mitglieder ist er kostenlos.

Die dritte geplante Veranstaltung ist ein Theaterstück, das am Samstag, 29. September, und am Sonntag, 30. September, jeweils um 16 Uhr im Gemeindesaal im Rathaus in Holzen über die Bühne geht und sich für Kinder ab sechs Jahren eignet. Karten gibt es bei MuT oder an der Veranstaltung selbst. Im Mittelpunkt des Stücks des Berliner Gripstheaters, in dem die Schauspieler aus dem MuT-Zentrum Julian Keimer und Dorothea Dalig zu sehen sind, steht Flimmer-Billy, der langsam entdeckt, dass das wirkliche Leben doch mehr bietet als ein Bildschirm. Die Botschaft, die den Zuschauern – wie immer in Veranstaltungen von Derks und Blattmann – übermittelt werden soll, wird dabei nicht mit erhobenem Zeigefinger überbracht, sondern witzig, spielerisch. Absicht der MuT-Macherinnen ist stets, das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen aufzubauen und ihre innere Stärke zu fördern. Bei der Stückauswahl achten die beiden Frauen auf aktuelle Themen, meist geht es um Prävention mit Blick auf Gewalt, Süchte und ähnliche Risiken.

Nach diesen Aufführungen und Veranstaltungen sind die beiden Theaterpädagoginnen übrigens wieder bundesweit mit Präventionsangeboten unterwegs. Stimmtraining, Ausdrucksübungen, Improvisationsmethoden und Bühnenpräsenz werden trainiert.

Kürzlich haben Karin Derks und Sonja Blattmann noch einen Förderverein gegründet, um ihr Projekt MuT weiter entwickeln zu können. Vorsitzende des Vereins ist Karin Derks. Froh ist sie auch, dass der Theaterfundus aus Requisiten, Kostümen und so weiter dank der Spedition Fröde von ihrem früheren Wirkungsort am Niederrhein nach Kandern gelangte. In einem Raum bei der Getränkefirma Strohmayer wurde er untergebracht.

Kontakt : MuT-Zentrum, Hauptstraße 125, Kandern,  07626/9748532, www. mutzentrum.de, wo man sich auch für den Workshop anmelden kann.

Badische Zeitung, 26. 9. 2012

 

„Jetzt sind wir angekommen“

Rasant,witzig, atemlos und sehr aufschlussreich: Julian Keimer und Dorothea Dalig

Kanderner „MuT-Zentrum“ startet neue Spielzeit / Förderverein gegründet

Kandern (tn).Mit Musik, Theater und einem Workshop startet das Kanderner „Musik und Theater“ Zentrum(„MuT“) von Sonja Blattmann und Karin Derks Mitte kommender Woche in die neue Spielsaison.

Los geht es am Mittwoch, 26. September, um 15 Uhr in der Stadtbücherei mit der Musik-Aktions-Lesung „Ein Freund für immer“ (ab vier Jahre). Wie bei „MuT“ üblich, gestaltet sich die Lesung dabei interaktiv.

Karin Derks wird lesen, singen, auch spielen und dabei die kleinen Besucher ins Geschehen einbinden. „Und wir plaudern sehr viel. Die Kinder sollen die Geschichte nicht konsumieren, sondern sind selbst Bestandteil davon“, kündigt die Regisseurin an. Weiter geht es am Freitag, 28. September, von 16 bis 18 Uhr im Holzener Gemeindesaal, wo das „MuT-Zentrum“ zum zweiten Mal einen bewusst niederschwelligen Theaterworkshop für Kinder und Jugendliche anbietet. Mit dabei sind Julian Keimer und Dorothea Dalig. Gemeinsam geht man auf Entdeckungsreise in dieWelt der Schauspielerei. Berührungsängste sind dabei fehl am Platz, denn „Reinschnuppern ist angesagt“, ergänzt Sonja Blattmann. Wer weiß, welche ungeahnten Talente in einem selbst stecken?

Um „Flimmer-Billy“, einen fernsehsüchtigen Dinosaurierfan geht es dann am Samstag und Sonntag, 29. und 30. September, um 16 Uhr im Holzener Gemeindesaal. Dort zeigt „MuT“ dieses Stück des Berliner „Grips“Theaters für Menschen ab sechs Jahren. Julian Keimer und Dorothea Dalig schlüpfen dabei in sieben Rollen vor den Augen der Zuschauer. In kurzen, rasantwitzigen Sequenzen stolpert „Flimmer-Billy“ durch seine problembeladene Welt, denn er versucht verzweifelt, seinen liebsten Dinofilm zu schauen. Dabei erfährt er schleichend, dass die reale Welt  ja viel spannender ist als das Dasein vor der Mattscheibe.

„Starke Kids für Kandern“ steht generell als unsichtbare Überschrift über dem ganzen „MuT“Angebot. Kinder selbstsicherer, einfach stärker zu machen, ist die Idee, der sich Sonja Blattmann und Karin Derks dabei verschrieben haben.

Mittlerweile hat sich das vor knapp zwei Jahren in Kandern angesiedelte „MuTZentrum“ etabliert. „Und jetzt sind wir wirklich angekommen“, freut sich Sonja Blattmann. Denn endlich konnte die Raumfrage gelöst werden. So ruht der gesamte Theaterfundus aus Requisiten, Kostümen und Bühnenbildern neuerdings in Räumen bei der Firma Getränke Strohmayer, worüber die „MuT“Macherinnen sehr glücklich sind. Dies auch,weil die Spedition Fröde den Transport des Theaterfundus vom Niederrhein nach Kandern sehr kreativ angegangen sei und damit überhaupt erst ermöglicht habe.

Neu gegründet wurde übrigens ein eigener Förderverein des „MuT-Zentrums“, um die Arbeit des Theaters mit Kindern auf stabilere Füsse stellen zu können. Vorsitzende ist Karin Derks. Kontakt und Infos: „MuT-Zentrum“, Hauptstraße 125, 79400 Kandern, Telefon 07626/9748 532,  www.mutzentrum.de.

Die Oberbadische 22. 9. 2012