Theater-Premiere hat die Lust am Spielen geweckt

Premiere in Holzen: Das Kanderner MuT-Zentrum zeigte im Gemeindesaal sein erstes Theaterstück „Greta und Kurt“, in dem sich zwei Punguine zankten. Foto: R. Ounas-Kräusel

Karin Derks und Sonja Blattmann vom MuT-Zentrum wollen Kindern Gelegenheit geben, spielerisch Gefühle zu zeigen.


KANDERN-HOLZEN (ouk). Eine doppelte Premiere gab es am Wochenende in Holzen: Das "MuT"-Zentrum, das Musik und Theater für kleine und große Menschen macht, zeigte am Samstag und am Sonntag sein erstes Theaterstück in Kandern: Die Geschichte von den zwei Königspinguinen "Greta und Kurt", die sich zanken und streiten und schließlich doch Freundschaft schließen. Auch für die beiden Schauspieler Dorthea Kalig und Julian Keimer war es der erste Auftritt in Kandern. Etwa zehn Jungen und Mädchen mit ihren Müttern, Großeltern oder anderen Begleitern saßen vor der kleinen Bühne im Gemeindesaal und warteten, bis der rote Vorhang aufging. Zu sehen bekamen sie eine Eislandschaft, die aus Kisten und weißen Laken gebaut war. Auf zwei Schollen lagen Greta und Kurt und angelten: Geschäftig warfen sie ihre Haken aus, schauten ins Meer – jeder für sich. Dann wagten sie einen vorsichtigen Blick zur Seite, schreckten zurück, maßen kurz darauf ihre Kräfte – Nase an Nase, Aug’ in Aug’ – und schließlich der Schrei: "Du stinkst nach Fisch!"

Was man vom Streit zweier Pinguine so alles lernen kann

Lebensnah und in allen Facetten spielen Dorthea Kalig und Julian Keimer die streitenden Pinguine, die gar nicht erfreut sind, dass da noch jemand ist auf der Insel. Mit hochgerecktem Hals erklärt jeder, er sei der wahre Königspinguin. Sie schimpfen, sie nölen und jagen sich mit Schneebällen aus Papier um die Insel, bis sie auf ihre Schollen sinken – beleidigt, erschöpft. Gespannt schauen die Kinder zu. Ein Junge geht richtig mit. "Ha", ruft er, als die Pinguine wieder einmal schimpfen. Eine erwachsene Frau schmunzelt wissend.

Erst als beide Pinguine großen Hunger haben, schaffen sie es, gemeinsam ein Loch zum Angeln ins Eis zu schlagen: Fast zärtlich hilft Kurt Greta, ihre Angel hinein zu hängen. Doch wer glaubte, nun laufe alles reibungslos zwischen den beiden, hatte sich geirrt…

Karin Derks und Sonja Blattmann haben das MuT-Zentrum in Kandern vor einem Jahr gegründet. Mit Aufführungen wie in Holzen wollen die beiden Pädagoginnen bei den Kindern die Lust am Theater wecken. Karin Derks veranstaltet außerdem in der Stadtbücherei "Musik-Aktions-Lesungen". Mit eingestreuten Liedern und Bildern bezieht sie die Kinder dabei in die vorgelesene Geschichte ein.

Vor allem aber wollen die beiden Pädagoginnen Kindern und Jugendlichen Mut machen, selbst Theater zu spielen, um dabei ihre eigenen Gefühle zu entdecken und sich vor anderen zu zeigen. In ihrer ersten Theatergruppe proben schon seit einem Jahr junge Schauspieler von sechs bis 15 Jahren das Stück "(K)-ein Apfel für Schneewittchen". Sie seien schon richtig zu einer Gruppe zusammen gewachsen, erzählte Sonja Blattmann in Holzen. Das Stück – eine "coole und moderne Version" des Märchens – wird am 19. und 20. Mai im Luthersaal zu sehen sein.

R. Ounas-Kräusel - Badische Zeitung, 24. 4. 2012

Vorankündigungen

Die Pinguine Greta und Kurt sind sich nicht grün?

GRETA UND KURT
Ein Theaterstück übers richtige Streiten

Kandern-Holzen.  Das MuT-Zentrum Kandern spielt im Gemeindesaal in Holzen "Greta und Kurt", ein Stück über das Streiten für Kinder ab vier Jahren. Da sitzen die beiden Königspinguine auf einer Eisscholle fest. Gar nicht so einfach, wenn man eine Eisscholle für sich alleine hatte und nun plötzlich ein anderer dasselbe behauptet. Dazu kommt, dass beide keine Ahnung vom Fischen haben, weil diese Aufgabe immer von ihren Bediensteten ausgeführt wurde. Doch Greta und Kurt lernen nicht nur zu streiten, sie lernen sich auch immer besser kennen. Eine Lösung ist bald in Sicht. Dieses wundervolle Stück von Thomas J. Hauck und Joachim Henn spielen unter der Regie von Karin Derks die beiden Schauspieler Julian Keimer und Dorothea Dalig. Beide studieren in Freiburg, haben langjährige Theatererfahrung und freuen sich schon auf ihr junges Publikum, denn das Stück richtet sich an Kinder ab vier Jahren. Spielerisch gelingt es den beiden, gemeinsam eine Lösung zu finden. Dabei kann sogar Streiten manchmal auch richtig wichtig werden . Die Vorstellungen finden am Samstag, 21. April, und am Sonntag, 22. April, um 16 Uhr im Gemeindesaal in Holzen, Kirchstraße 6, statt. Karten zum Preis von vier Euro für Kinder und acht Euro für Erwachsene sind im MuT-Zentrum, Tel. 07626"/"97"48"532, und unter E-Mail: info@mut-zentrum.de sowie an der Tageskasse erhältlich.

Die Oberbadische 14. 4. 12

 

Von Pinguinen kann man was lernen

Greta und Kurt Foto: Jutta Schütz

"Musik und Theater für kleine und große Menschen" mit neuem Programm / Lagerräume gesucht.

KANDERN (jut). Zwei Pinguine, die im liebenswürdigen Dauerstreit liegen, wer denn der einzig wahre Königspinguin ist, wer besser angelt, wer schlauer und schöner ist, wem welche Eisscholle gehört – und die dann doch am Ende nur durch Teamgeist weiterkommen: "Greta und Kurt" heißt die Pinguingeschichte, die das MuT-Zentrum Kandern (MuT ist die Abkürzung für "Musik und Theater für kleine und große Menschen") am Samstag, 21., und Sonntag, 22. April, um 16 Uhr auf der Bühne im Gemeindesaal Holzen aufführt.

Das Stück ist konzipiert für Kinder ab vier Jahre, aber auch Erwachsene werden sich köstlich über die Streiterein mit Wiedererkennungseffekt amüsieren, sind sich Sonja Blattmann und Karin Derks, Initiatoren des MuT-Zentrums, sicher. Zehn Stücke haben die beiden Schauspieler Dorthea Dalig und Julian Keimer gelesen. Bei "Greta und Kurt" sprang der Funke sofort über. Die "Eisschollen" – Bierkisten, die mit weißen Laken verkleidet sind –, sowie die stilechten Pinguinkostüme einschließlich der "Schwimm-Flossen" bringen Dorothea Dalig und Julian Keimer natürlich mit nach Holzen.

Dalig und Keimer watscheln bei den Proben im Luthersaal armeschwingend und damit "pinguinecht" über die Bühne. Beide kennen Blattmann und Derks aus der Zeit, als es in Moers das von beiden geleitete TiM-Theater (Theater in Moers) gab. Auch die Kostüme stammen aus dem Moerser Theaterfundus. "Nach wie vor haben wir für die Kostüme keinen trockenen Lagerplatz im Raum Kandern gefunden – den benötigen wir eigentlich dringend", sagt Karin Derks.

Das MuT-Zentrum hat sich in Kandern etabliert. Eine Gruppe von Kindern und Schülern im Alter von fünf bis 15 Jahren hat Gefallen am Theaterspielen gewonnen und wird das mit der Aufführung von "(K)ein Apfel für Schneewittchen" am 19. und 20. Mai und bei den Kanderner Theatertagen im September unter Beweis stellen. Mit sieben Mitgliedern wurde gerade ein Förderverein für das MuT-Zentrum gegründet, "unser Wunsch ist es jetzt noch, eine Jugendgruppe einzurichten", zählt Derks auf. Blattmann und Derks halten das Theaterspielen wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen. Oft sei es so, dass auch Schüchterne über das Theaterspiel zu mehr Selbstsicherheit finden. "Wir haben schon oft von jungen Menschen gehört, dass sie in für sie schwierigen Situationen von sich gesagt haben, dass sie wenigstens beim Theaterspielen immer so sein können, wie sie sein wollen oder auch sind", berichtet Sonja Blattmann. Das Rollenspiel gibt der Entwicklung Räume, ist sich Derks sicher. Beide Regisseurinnen, Blattmann ist zudem Theaterpädagogin, sind über das Jahr verteilt in ganz Deutschland mit Aufführungen unterwegs. Angefordert werden sie von Kindergärten, Schulen, Jugendzentren. "Trotzdem reicht die Zeit immer wieder für Projekte in Kandern", so Derks.

Info: http://www.mut-zentrum.de Vorverkauf für "Greta und Kurt" unter  07626/9748532 oder unter e-mail info@mut-zentrum.de . Der Eintritt kostet 5 Euro für Kinder und 8 Euro für Erwachsene

Jutta Schütz, Badische Zeitung 18. 4. 12