Von guten und von unguten Kinder-Geheimnissen Ein Mit- und Mutmachkonzert im Dorfstübli stand am Anfang des Maulburger Ferienprogramms / Prävention gegen Missbrauch.

Mitmachen und Mut haben: Dies ist die Botschaft des Konzerts von Liedermacherin Sonja Blattmann und Theaterpädagogin Karin Derks zum Auftakt des Maulburger Kinderferienprogramms. Foto: Monika Weber

 

MAULBURG. Mit einem musikalischen Highlight für die ganze Familie startete am Freitag das Maulburger Kinderferienprogramm im gut gefüllten Dorfstübli. Die Liedermacherin Sonja Blattmann und Theaterpädagogin Karin Derks hatten zum Mitmach- und Mutmach-Konzert eingeladen und Hundedame Frieda Friedlich begleitete sie dabei.

Der Theaterhund, der Probe und Auftritt unterscheiden kann, und zudem seinen Namen je nach Stimmung auch mal in Frieda Frech ändert, kann deutlich seine Gefühle ausdrücken, wenn er mal nicht gestreichelt werden möchte. Dies macht er jedoch nur mit Worten, natürlich in Hundesprache. Die Botschaft, die Sonja Blattmann vermitteln möchte, ist einleuchtend. Küssen verträgt sich nicht mit müssen.

Deutlich wird dies auch im Schutz-Rap, der deutschlandweit und im Internet in Präventionsprogrammen zu sexuellem Missbrauch Verwendung findet, in dem die Kinder ihre Gefühle als wichtig und richtig erfahren und bei Missfallen dies mit Worten ausdrücken lernen. Begeisterung löste das bekannte Wohlfühl-Lied "In mir wohnt eine Sonne" aus. Und bei "Alarm, Alarm" fuhr die Feuerwehr unter großem Beifall mit der gesamten Mannschaft schnell zum Einsatzort. Beim Hexenwitz durfte richtig hexenmäßig gekichert, und als der Blitz stibitzt wurde, auch mal wütend das Dorfstübli zum Wackeln gebracht werden. Mit Akkordeon und Cajón begleitete Karin Derks die Lieder, die Kinder und Mütter schnell mitsingen konnten. Da das Konzert eigentlich für die ganze Familie gedacht war, hätte sich Dorfstübli-Leiterin Annemarie Weber noch ein paar Väter oder Großeltern im Publikum gewünscht. Gefühlvoll und mit eingängigen Melodien transportierten die zwei Musikerinnen ihre Botschaften in Sachen Prävention gegen sexuelle Gewalt und Sexualpädagogik. Kindgerecht und mit Symbolen und vielen Beispielen wurden heikle Situationen angesprochen und der Unterschied zwischen guten Geheimnissen, die man für sich behält und den Geheimnissen, die ungute Gefühle hinterlassen, erklärt, bei denen man Hilfe holen soll.

Auch den Kloß im Bauch, dargestellt mit einem unglücklich schauenden Sorgenstein, kann man vereint besser beseitigen. Der kleine heulende Indianer kann in peinlichen Situationen auch darauf zählen, dass sein Freund ihn nicht auslacht, so dass er selbst wieder fröhlich sein kann. Frieda Friedlich ließ sich nach dem MuT-mach-Konzert auch bereitwillig streicheln. MuT steht dabei für Musik und Tanz als starke Ausdrucksformen für Gefühle.

Weitere Infos unter http://www.mut-zentrum.de

Badische Zeitung 4. 8. 2011