Kinder schlüpfen in ihre Traumrollen

Traumrollen und fantasievolle Wesen gab es bei den ersten Kinder- und Jugendtheatertagen in Kandern im Stück „Level Fantasy“ zu sehen.

MuT-Zentrum zeigt Ergebnis seiner ersten Projektarbeit / Angestrebt sind zwei Theatergruppen, eine für Kinder, eine für Jugendliche.

KANDERN. In ihre Traumrollen schlüpfen konnten die elf Darsteller bei den ersten Kinder- und Jugendtheatertagen in Kandern. Die Rollen waren ihnen quasi auf den Leib geschrieben worden – dank der Initiatorinnen des MuT-Zentrums.

Spannungsvolle Stimmung herrschte am Samstagnachmittag im Luthersaal – vor und hinter der Bühne. Überwiegend Eltern waren gekommen, um das Stück "Level Fantasy" anzusehen. Erstmalig präsentierten die Akteure vor Publikum das, was sie im Grundkurs im MuT-Zentrum gelernt haben. Im Frühjahr hatten Sonja Blattmann und Karin Derks das Zentrum gegründet, dessen Abkürzung MuT für Musik und Theater für kleine und große Menschen steht. Ein knappes Dutzend Mädchen und Jungen im Alter von vier bis fünfzehn Jahren hatten Interesse an dem angebotenen Grundkurs gezeigt. Gemeinschaftlich war das Stück erarbeitet worden, für das die Kinder eben ihre Traumrolle wählen durften, erzählt Karin Derks. Die Wünsche sahen eine "feine Dame" oder "Actionheld" vor, Friederike wollte ein bunter Elefant sein, Paula spielte einen coolen Jungen und Lia suchte sich die Figur eines orientalischen Prinzen aus. Leon, mit vier Jahren einer der Kleinsten, war ein märchenhaftes Tier und der neunjährige Felix war Erfinder. "Deine Erfindungen haben noch nie funktioniert, gib’ nicht so an", ruft ihm der Prinz alias Lia gerade zu, woraufhin Felix in entschlossenem Ton die Funktion seines galaktischen Fernrohres verteidigt. Dass die Beteiligten erst wenige Wochen auf einer Bühne stehen, macht sich nicht bemerkbar. Einzig der kleine Leon hatte bei der Premiere beschlossen, ein wenig zu streiken. Geschickt wurde er daraufhin ins Geschehen integriert, wie überhaupt alles locker inszeniert wurde.

Einfach loslegen, lautete das Motto zu Beginn der Projektarbeit. Die kleinen Schauspieler entschieden dabei auch, wie ihre Figuren wohl reden und was sie beschäftigt, woraufhin sich Dialoge entwickelten. Die Theaterexpertin Karin Derks setzte daraus ein Stück zusammen. Thematisch geht es um Kinder, die zunächst mit Computerspielen beschäftigt sind und sich zu fantasievollen Wesen entwickeln. Gut traf sich dabei, dass es (eine zweite) Paula gab, die die Klavierbegleitung übernehmen konnte. Eingebunden in das Projekt wurden Titel, die sie spielen konnte. Die Geschichte wird belebt durch Spiel, Gesang und Instrumente.

Nach einer gelungenen Vorstellung spendeten die Zuschauer lautstarken Applaus. Aufgezeichnet wurde das Stück von Schauspielern des Theaters in Moers. Die Gäste gehören zu einem weiteren Ensembles von Karin Derks und bereicherten das Wochenende mit ihren Vorführungen. Nach den Sommerferien wollen Sonja Blattmann und Karin Derks kräftig die Werbetrommel rühren, um zwei Gruppen einrichten zu können, eine für Kinder und eine für Jugendliche.
Kontakt aufnehmen können Interessierte über http://www.mut-zentrum.de

Badische Zeitung 11. 7. 2011
Autor: Ines Bode

 

 

Gehöriges Selbstbewusstsein entwickelt

Im MuT-Zentrum von Karin Derks und Sonja Blattmann durften die Kinder in ihre Traumrollen schlüpfen.
Foto: Jutta Schütz

Musik und Theater-Zentrum (MuT) Kandern zeigt Level Fantasy

Kandern (jut). Beweisen, dass Kinder- und Jugendkultur einen Platz in Kandern bekommen kann, das wollten die Theaterpädagogin Sonja Blattmann und Regisseurin Karin Derks mit der Aufführung des Theaterprojekts Level Fanstasy im Musik und Theater (MuT)-Zentrum im evangelischen Gemeindehaus.

Zehn Kinder im Alter von vier bis elf Jahren verwandelten sich in ihre Wunschrollen als Prinzessin, blauer Elefant, Klavierspielerin, kleiner Igel, wandernder Baum, Actionheld, cooler Junge, feine Dame, Sprachenmeister und mehr. Blattmann und Derks ließen die Kinder dabei während der nur zweiwöchigen Probenarbeit die Szenen selbst entwickeln und Fähigkeiten der jungen Nachwuchsschauspieler, wie zum Beispiel musikalische Vorkenntnisse, in ihre Rollen einbringen.

Tobias Baumann, Paula Fischer, Lia Gehrmann, Luisa Grobs, Paula Hagmeier, Friederike Körte, Leon und Lukas Kroczek, Felix Meier und Giada Rubinacci hatten jedenfalls nach anfänglicher Nervosität viel Spaß am Spiel vor dem Saalpublikum. Dabei ging es für Computerkid Paul darum, sich aus der Welt der Action- und Ballerspiele zu entfernen und sich mit Hilfe des blauen Elefanten auf die Reise in ein anderes Land zu machen, in dem nur zwei Töne die tägliche Musik bestimmen, die Pianistin Paula Klaviera aber eigentlich gerne eine wunderbare Melodie zum Mitsingen für die Bewohner des fremden Landes auf anderen Planeten spielen würde.

Die Handlung mit den vielen Phantasiegestalten wurde von Karin Derks erzählt, die dann auch als Stichwortgeberin fungierte. Deutlich zu sehen war, dass einige Kinder schon eine gehörige Portion Selbstbewusstsein bezüglich ihrer Darstellung entwickelt hatten. Beispielsweise die erst siebenjährige Luisa, die frech als feine Dame auftrat. Ihr Talent als Klavierspielerin konnte Paula Fischer als Frau Klaviera am Klavier beweisen - und selbst der anfangs schüchterne vierjährige Leon wuchs im Lauf der Handlung in seine Igel-Rolle hinein.

Wir arbeiten mit den Stärken der Kinder. Bleiben sie dabei, spielen sie in ein paar Jahren super Sachen, waren Derks und Blattmann überzeugt. Sie suchen noch eine Lagermöglichkeit für eine komplette Theaterkulisse. Wer etwas weiß, wende sich an das MuT-Zentrum unter 07626/97 48 532.

Die Oberbadische 16.07.2011